RSS abonnieren Kommentare abonnieren Get Firefox!

RetroZocker

Retro-Spektive 2008 - der Rückblick

Wie angekündigt war ich auch dieses Jahr auf der Retro-Spektive zu Besuch. Und es hat sich wieder mal gelohnt! An vielen der ausgestellten, teils antiken, teils modernen Konsolen und Heimcomputer konnte man selbst zocken. Weiter unten präsentiere ich die Fotos, die ich diesmal geschossen habe. Die Konsolen und Computer, die letztes Jahr schon vertreten waren, habe ich diesmal (mit Ausnahmen) weggelassen.

Direkt am Eingang stand der Pong-Automat vom letzten Jahr, allerdings ausgeschlachtet und mit Luftballons geschmückt. Zum Zocken weniger geeignet, aber so konnte man von draußen gleich erkennen, was drinnen los ist. Hinter der Eingangstür konnte man wieder jede Menge 8- und 16-Bit-Module für Sega- und Nintendo-Konsolen im Tausch gegen Euros erwerben. Da waren eine Menge Perlen dabei, leider zum größten Teil ohne Originalverpackung und Anleitung, was zumindest für mich aber zum Gebrauchtspiele-Kauf immer dazu gehört.

Weiter drinnen war dann wieder alles mit Konsolen und Computern vollgestellt. Ich bin erst mal in den 16-Bit-Raum, wie man ihn eigentlich nennen könnte, gegangen. Dort stand u.a. ein Super Nintendo im Verkaufsdisplay vom letzten Jahr, auf der Konsole lief diesmal aber Super Mario World. Da konnte ich nicht widerstehen und hab’s einfach mal eben durchgespielt (was wahrscheinlich unter 10 Minuten gedauert hat, denn der vorige Spieler war schon bis zu den Donut Plains gekommen). Daneben habe ich zum ersten Mal eine PC Engine/Turbografx begutachten können. Dragon Spirit, das darauf lief, kann man übrigens auch für die Virtual Console der Wii runterladen. Dann bin ich zu einem Amiga 500 gegangen, auf dem International Karate + lief und habe getestet, bis zu welchem Gürtel ich es heute wohl schaffen würde. Ein anderer Besucher hat sich dann zu mir gesetzt und wir haben zu zweit gezockt. Er fragte mich dann, ob mir an der Steuerung irgendwas auffallen würde, was ich verneinte. Er wies mich dann darauf hin, dass unsere Joysticks gerade an einem Prototyp eines RForce-Geräts hingen, was mir gar nicht aufgefallen war. Das ist ein Gerät mit RF-Sender an den Joysticks und RF-Empfänger am Computer zum quasi kabellosen Zocken für Commodore-, Amiga- und Atari-Computer (mehr Infos unter www.joca-tech.de). Wenn irgendeine Latenz vorhanden war, habe ich sie jedenfalls nicht bemerkt.

Daneben lag doch tatsächlich ein waschechter Minimig zur allgemeinen Betrachtung aus. Das ist ein in Hardware emulierter Amiga 500 mit PS/2-Anschlüssen für Maus und Tastatur, mit Klinkenstecker-Anschluss für Kopfhörer oder Lautsprecher, mit zwei Anschlüssen für Amiga-Mäuse und -Joysticks, einer 9poligen seriellen Schnittstelle, einem VGA-Anschluss für PC-Monitore und einem Slot für MMC-/SD-Karten, auf dem die ADF-Dateien abgelegt werden. Ich spiele mit dem Gedanken, mir selbst mal so ein Teil zuzulegen. Aber vielleicht warte ich noch ein paar Hardware-Revisionen ab.

In der Ecke des 16-Bit-Raums stand ein Neo Geo CD, auf dem Double Dragon lief. Gegenüber war ein Kleinod von Mr. Atari angeschlossen: ein Motorrad-Controller von Atari, der ein paar Motorrad-Spiele eingebaut hatte. Durch Drehen des rechten Griffs konnte man Gas geben. Warum ist dieses Teil eigentlich von Motorrad-Rennspiele-Herstellern nie wieder aufgegriffen worden? Auf dem gleichen Tisch waren haufenweise Spiele, Konsolen und Zubehör aus dem Atari Shop bzw. dem Retro-Gameshop aufgereiht, die auch wieder käuflich erwerbbar waren, u.a. das panzerfaustartige Nintendo Scope.

Mein persönliches Highlight im großen Raum daneben war wieder das Vectrex. Ich glaube, eine derart ruckelfreie Vektor-Grafik hat es seitdem nicht mehr gegeben, was daran liegt, dass hier die CPU direkt die eingebaute Bildröhre ansteuert. Hätte das Vectrex um ein Vielfaches mehr an Rechenleistung, dann wären die aktuellen Geometry Wars-Spiele eigentlich wie geschaffen für diese Konsole.

Ein weiterer Raum, weitere Geräte: es gab ein Commodore CDTV zu bestaunen und ein Amiga CD32, neu dabei war auch ein Atari Jaguar mit Tempest 2000 und ein Philips CD-i mit Defender of the Crown. Außerdem Nintendos bis heute totgeschwiegener, größter Flop: der Virtual Boy. Und in der Ecke des Raums gab es jede Menge gebrauchte Konsolenspiele zu kaufen. Ich hätte mir fast Pikmin für den GameCube gekauft, habe mich dann aber doch dagegen entschieden. Vielleicht ein andermal.

Ansonsten gab es noch neuere Konsolen wie die PS1, die PS2, ein Nintendo 64, ein Sega Saturn, ein Sega Dreamcast, eine X-Box, ein GameCube und eine X-Box 360, an der u.a. Rock Band gespielt wurde. Aber außer Wave Race 64 auf dem N64 hat mich das alles nicht so interessiert, war alles viel zu neu (oder ich habs selbst zu Hause stehen). Teufelszeug.

Um das hier zu einem Abschluss zu bringen: ich hoffe doch sehr, dass die Retro-Spektive nächstes Jahr wieder am Start ist. Ich wäre auf jeden Fall dabei!

Wii SNES RetroPort - ein Erfahrungsbericht

Wii SNES RetroPort - frisch aus dem BriefkastenEs wurde mal wieder Zeit für neue Hardware. Nachdem ich vor einiger Zeit schon den Super SmartJoy-Adapter getestet habe, mit dem man ein Super Nintendo-Gamepad per USB an einen PC anschließen kann, bin ich kürzlich über den Wii SNES RetroPort gestolpert - einem Adapter, mit dem man SNES-Gamepads in die Wii (oder den GameCube) stöpseln kann, für ein authentischeres Spielgefühl beim Zocken von Virtual Console-Titeln.

Das Teil kann man direkt beim Hersteller für 19 US$, Versand nicht mit eingerechnet, bestellen. Da aber der €-$-Wechselkurs zur Zeit ja ziemlich günstig ist, zahlt man für alles nicht viel mehr als 20 €. Und es lohnt sich wirklich! Ich habe den Adapter direkt mit Super Castlevania IV auf der Virtual Console getestet. Er funktioniert anstandslos, weder der SNES- noch der GameCube-Stecker wackelt. So habe ich Super Castlevania IV dann auch direkt mal durchgespielt. Man kann also SNES-Spiele zocken, als ob man vor einem echten Super Nintendo sitzen würde. Ein weiterer Vorteil: da man den Classic Controller, der ja an die Wiimote angeschlossen wird, nicht verwenden muss, braucht man auch keine Batterien. Wenn man sowieso mehr VC-Spiele als richtige Wii-Spiele spielt, kann man daher mit der Zeit eine Menge Geld sparen.

Ich hatte überlegt, ob ich mir vom Hersteller auch direkt einen NES-Gamepad-Adapter für Wii kaufen soll, habe mich dann aber doch dagegen entschieden. Das macht vielleicht Sinn, wenn man ausschließlich NES-, TurboGrafx-, C64-, Master System- oder Mega Drive-Spiele, die nur 2 Tasten benötigen, zocken will. Beim Rest sieht man dann aber alt aus. Der SNES RetroPort deckt hingegen alles ab, was keinen Analog-Stick benötigt.

Jetzt bin ich bestens gerüstet für den Release von Super Turrican 2 und Super Mario RPG: Legend of the Seven Stars, die offenbar irgendwann in den nächsten Monaten erscheinen sollen…

Turrican has left the building

Die Gegner-Galerie aus Super Turrican für VCAlle Welt spielt GTA4. Ich spiele Secret of Mana! Und immer mal wieder ein Spiel für die Virtual Console.

Dass ich das noch erleben darf. Völlig unverhofft ist vor einigen Wochen Super Turrican, gefolgt von Mega Turrican für die Virtual Console erschienen. Und als ob das nicht schon Grund genug zur Freude wäre: bei beiden wird quasi Bonusmaterial mitgeliefert!

Habe ich mich früher schon beklagt, dass VC-Spiele den Nachteil haben, dass die mitgelieferten Spiel-Anleitungen aus nicht viel mehr als einer Erläuterung der Tastenbelegung bestehen, gibt es in den Anleitungen von Super und Mega Turrican jetzt eine Gegner-Galerie! Dort sind die grafisch eindrucksvollsten Gegner in einer netten Collage in doppelter Bildschirmhöhe zusammengeklatscht worden. Das ist mit den teilweise liebevoll aufgemachten Anleitungen der Original-Spiele nicht zu vergleichen, aber doch eine schöne Abwechslung vom Einheitsbrei.

Aber der wahre Knüller kommt ja erst noch! Auf den Fotos links seht ihr die Gegner-Galerie von Super Turrican. Turrican-Kennern wird auffallen, dass dort Gegner zu sehen sind, die in ST nirgends auftauchen! Die Rede ist z.B. von dem grünen Kopf links oben, dem riesigen Mode 7-Gesicht links unten und diesem roten Typen mit den vier Armen rechts unten. Beim ersten Betrachten dachte ich mir “das sind vielleicht Gegner aus Mega Turrican, Factor 5 hat wahrscheinlich in beide VC-Turricans die gleiche Gegner-Galerie eingebaut”. Aber weit gefehlt, die Gegner-Galerie in Mega Turrican sieht völlig anders aus und enthält auch nur bekannte MT/T3-Gegner. Also woher kommen diese zusätzlichen Monster?

Eine mögliche Antwort habe ich ein paar Tage später im Netz aufgetan. Laut vc-reviews.com geht das Gerücht, dass diese Viecher aus einer früheren Version des Spiels stammen. Nintendo soll aber von Factor 5 verlangt haben, das Spiel auf eine kleinstmögliche SNES-Cartridge zu quetschen, wodurch diverser Inhalt des Spiels weggekürzt werden musste. Und es sei wohl nicht unmöglich, dass das komplette Spiel als “Super Turrican - Director’s Cut” für die Virtual Console veröffentlicht werden könne.

Schaut man auf der Homepage von Factor 5 nach, bekommt man dieses Gerücht sogar teilweise bestätigt! Dort kann man nachlesen, dass ST auf einer 4 MBit-Cartridge ausgeliefert werden sollte, nachdem es schon als 6 MBit-Titel fertiggestellt war. Dadurch mussten nicht nur einige Grafiken entfernt werden, sondern auch ein kompletter Level und eine Zusatzfähigkeit der Beam-Waffe. Aber irgendwo, auf einer vergessenen Diskette, könne wohl noch der “Super Turrican - Director’s Cut” existieren. Leider kein Wort davon, dass der Release des Director’s Cut geplant oder auch nur angedacht ist. Man kann also nur das beste hoffen.

Dr. Mario heilt wieder

Nintendo kommt umsatzmäßig dank Wii und DS derzeit wieder an die 90er Jahre heran, als der Markt noch unter Nintendo und Sega aufgeteilt war. Allerdings bieten sowohl Sony als auch Microsoft für ihre aktuellen Konsolen kostenpflichtige Spiele-Download-Dienste an. Mit sowas hatte Nintendo bisher keine Erfahrung.

Aber das ändert sich jetzt, denn Nintendo hat vor einer Woche seinen neuen Download-Dienst “WiiWare” in Europa gestartet. Dort gibt es neue Spiele zum Download, die preismäßig zwischen NES- und N64-Titeln für VC liegen. Na gut, bis auf Final Fantasy Crystal Chronicles - My Life as a King, das 1500 Wii-Punkte kostet. Hier haben auch Entwickler mit schmalem Budget die Chance, ihre Spiele unters Volk zu bringen, damit Geld zu verdienen und sich die Kosten für den Vertrieb weitgehend zu sparen. Was aber natürlich sofort meine Aufmerksamkeit geweckt hat, ist ein anderer Launch-Titel: Dr. Mario & Bazillenjagd (erhältlich für 1000 Wii-Punkte).

Dieses Kleinod basiert zunächst mal auf dem allseits bekannten Gameplay von Dr. Mario für Game Boy und NES. In ein großes Glas voller bunter Viren schmeißt Dr. Mario (oder wahlweise euer Mii) verschieden farbige Pillen, mit denen die Viren so ähnlich wie bei Tetris gekillt werden müssen. Ist das Glas leer, geht’s ein Level weiter mit noch mehr Viren. Auch hier gibt es den launigen Zweispieler-Modus: schafft man es, eine Kette von mehreren Viren-/Pillenkombinationen in einem Rutsch aufzulösen, fällt beim Gegenspieler Pillenmüll ins Glas, das ihn in seiner Arbeit behindert. Wer zuerst alle Viren vernichtet, gewinnt. (Den Artikel lesen)

Ausnahmezustand im Hause RetroZocker

Super Mario Galaxy

Sehr geehrte Kundschaft. Auch im Leben eines RetroZockers gibt es mal einen Punkt, an dem mal wieder ein brandneues, zeitgemäßes Spiel ins Haus kommen muss. So ein Tag ist heute.

Was ihr da oben seht, ist ein Foto unseres Fernsehers. Hieß es nicht, dass Super Mario Galaxy erst morgen am 16.11.07 erscheinen soll? Offensichtlich muss man nur den richtigen Laden erwischen, um das Spiel schon einen Tag vor dem Release abgreifen zu können. Und ich hatte Glück, es waren nur noch drei Exemplare da. Herrlich. Auf Super Mario-Jump’n'Runs stand ich schon immer, daher ist dieses Spiel ein absoluter Pflichtkauf, der ausnahmsweise schon direkt am (bzw. einen Tag vor dem) Release-Tag ins Haus muss.

Das war’s erst mal von mir. Ich muss noch meine Nintendo-Sterne für das Spiel einlösen, die Spiel-Anleitung lesen (ich mach das grundsätzlich vor jedem Spiel, ist so eine Eigenart von mir) und dann wird gezockt. Auf diesen Zwei-Spieler-Modus bin ich mal gespannt. Meine Freundin steht schon bereit, denn trotz aller Skepsis wegen Geld-Ausgebens ist sie sicher auch ein bisschen neugierig.

Was man am schwarzen Brett so findet…

Meine neue Amiga 500-Ausrüstung Da sitzt man abends nichts-ahnend vor dem Rechner und liest Spieleblogs, als die Freundin plötzlich meint “am Schwarzen Brett von bremen.de verkauft jemand einen Amiga 500“. Das ließ mich natürlich hellhörig werden, vor allem, da die Ausstattung nicht zu verachten war und das Gesamtpaket zum Schnäppchenpreis angeboten wurde.

Kurz gesagt: ich bin jetzt im Besitz eines brandneuen Amigas in ziemlich gutem Zustand, wenn man sein Alter bedenkt. Und es ist alles dabei, was man sich zum Zocken nur wünschen kann: 1 MB RAM, ein Dauerfeuer-Joystick, ein externes 3,5″-Disk-Laufwerk, ein ordentlicher Monitor, eine funktionierende Maus, eine A590-Festplatte mit gigantischen 20 MB Kapazität und drei Diskettenboxen voll mit… äh… Disketten. Jetzt werdet ihr sagen “aber der hat doch schon einen Amiga, was will der mit noch einem?!”. Schon richtig, allerdings funktionierten bei meiner alten Amiga-Hardware einige Teile schon nicht mehr, z.B. die linke Maustaste, die Festplatte oder die Batterie der batteriegepufferten Uhr. So hatte ich jetzt also die Gelegenheit, die jeweils besseren Teile beider Ausrüstungen zusammenzufügen. Das Ergebnis seht ihr auf dem Foto. Obwohl er keinen Dauerfeuer-Schalter hat, habe ich natürlich zuerst meinen alten Original-Competition Pro angeschlossen sowie die neue Maus, mein altes Disk-Laufwerk und den neuen Monitor. Die Festplatten waren beide unbenutzbar, aber seitdem ich das Gehäuse meiner alten A590 komplett auseinandergenommen und wieder zusammengesetzt habe, läuft die Platte seltsamerweise wieder.

Dass die Platte wieder läuft, ist ein echter Glücksfall: jetzt kann ich nämlich mein zusammengefrickeltes Datenübertragungskabel (USB auf der PC-Seite, seriell 9polig auf der anderen Seite, gekoppelt mit einem Adapter für seriell 9polig auf 25polig, gekoppelt mit seriell 25polig an dem Adapter und auf der anderen Seite am Amiga) nutzen, um ADF-Images vom PC auf den Amiga und von dort auf Disketten oder, andersrum, von Amiga-Disketten als ADF-Images auf den PC zu kopieren. Auf Amiga-Seite benutze ich dazu ein Terminal-Programm, das in der Lage ist, Binär-Daten zu übertragen; auf PC-Seite das DOS (!)-Terminal-Programm der Wahl “Terminate 5.00” in einem Shell-Fenster unter Windows Vista (!!) über einen emulierten (!!!) COM-Port. Unglaublich, funktioniert aber trotzdem.

Außerdem habe ich mir noch bei eBay einen A520-TV-Modulator besorgt, mit dem ich den Amiga an unseren Fernseher anschließen kann und dabei nicht auf ein Farbbild verzichten muss. Das Teil ist gestern angekommen und ich habe ihn direkt mal mit Turrican getestet. Das war ein wunderbares Retro-Erlebnis, kann ich euch sagen. Ich habs gespielt und gespielt… und durchgespielt. Im Anschluss habe ich noch alle vier Flipper-Tische von Pinball Dreams bearbeitet, auch das kommt am großen TV-Bildschirm richtig gut.

Und als nächstes kommt Turrican II dran… pass auf, Machine, Bren McGuire ist wieder da…

Retro-Spektiven-Rückblick, Teil 2

So, hier kommt jetzt der versprochene zweite Teil meines Retro-Spektiven-Rückblicks. Die wahren Highlights kommen ja erst noch!

Nach der CBS Colecovision traf ich auf ein G7000 Videopac. Mit dem Spiel, das darauf lief, bin ich aber nicht so recht klargekommen. War wohl selbst für mich ein bisschen zu steinzeitlich. Weiter ging’s mit einem breiten Tisch voll mit gebrauchter Nintendo-, Sega- und Sony-Hardware und dazu passenden Spielen. Alles kaufbar zu attraktiven Preisen. Es war wahrscheinlich wirklich besser, dass ich kein Geld dabei hatte. Als nächstes stieß ich auf ein NES, an das eine “Family Fun Fitness”-Matte angeschlossen war. So neu scheint die Wii Fit-Idee von Nintendo also wohl nicht zu sein. Daneben stand ein weiteres NES, auf dem Super Mario Bros. lief. Die Gelegenheit wollte ich nutzen und so habe ich es mal eben im Schnelldurchlauf durchgespielt.

Daneben stand ein Super Nintendo in einem dieser originalen Verkaufsstände aus den Kaufhäusern, in denen die Konsole und die Controller immer eingeschlossen waren. Dort spielte ein Vater mit seinem Sohn Street Fighter II. Er hatte seinen Sohn an die Konsole gelockt mit den Worten “Das ist wie Tekken”. Klar, woher sollen die Kinder dieser Tage auch SFII kennen? Ich glaube, ich werde langsam wirklich alt. In dem Zusammenhang fällt mir noch ein weiteres Kind ein, das zu seinem Vater “Guck mal, Bomberman!” sagte, woraufhin der Vater meinte “Neinnein, das ist Pac-Man!”.

Als nächstes setzte ich mich zum ersten Mal an ein Vectrex. Die analoge Darstellung von Vektorgrafiken war damals für eine Spielekonsole einzigartig und so schlecht sah das auch gar nicht aus. Beim Spiel “Star Ship” hatte ich nach einigen Runden den Dreh raus und gar nicht mal so wenige feindliche Schiffe abgeschossen. Dann setzte ich mich ans Vectrex daneben, auf dem Asteroids lief. Da war ich aber ziemlich schlecht.

Dann erreichte ich quasi den 16bit-Raum, der voller Ataris, Amigas und Competition Pro-Joysticks stand. An einem der Amigas spielte ein Junge Lotus 2. Dass sich heute Kinder angesichts ultra-realistischer 3D-Grafiken überhaupt noch für derart alte Spiele erwärmen können, finde ich schon bemerkenswert. Es bestärkt mich aber auch nur in der Auffassung, dass Fotorealismus in Spielen überhaupt nicht erstrebenswert ist, wenn der allgemeine Spielspaß dafür auf der Strecke bleibt.

Danach fand ich noch ein spielbares Amiga CD32, Nintendo 64 und Dreamcast vor. X-Box, PS2 und GameCube waren auch noch aufgebaut, aber für eine Retro-Ausstellung war mir diese Konsolen-Generation doch etwas zu neu. Auch die Videospiele-Zeitschriftensammlung von kultpower.de habe ich gesehen. Ich wollte noch ein Foto einer quirligen “Mädchen-Seite” in einem der Magazine machen, aber als ich mit meiner Kamera wieder zu den Zeitschriften kam, waren die schon wieder eingepackt. Sehr schade. Aber damit hatte ich dann auch die komplette Ausstellung gesehen.

Erwähnt werden sollte außerdem noch, dass die Ausstellung in der aktuellen Retro auf Seite 5 erwähnt wird, zu beziehen in der Bahnhofsbuchhandlung eures Vertrauens oder per Abonnement. Und jetzt wünsche ich euch noch viel Spaß bei meinen restlichen Fotos! Und ein Tipp noch: wenn bei euch bei den Fotos die Beschriftung abgeschnitten wird, drückt F11, um euren Browser in den Vollbild-Modus zu versetzen (zumindest bei Firefox, Opera und IE). (Den Artikel lesen)

Retro-Spektiven-Rückblick, Teil 1

Ein paar Tage (haha) ist die Retro-Spektive jetzt schon her. Ich bin bisher nicht dazu gekommen, meinen “Bericht” zu schreiben, weil ich so viele Fotos gemacht habe, die ich natürlich alle hier unterbringen will, ich aber im Moment recht wenig Zeit dazu habe. Daher präsentiere ich euch hier und jetzt einfach den ersten Teil meines Rückblicks auf die Retro-Spektive. Der Rest folgt hoffentlich bald.

Direkt am Eingang ging es los mit haufenweise alten Nintendo-, Sega- und Playstation-Spielen, die man gebraucht kaufen konnte. Ich hatte zwar kein Bargeld dabei, aber diese Nintendo-Modul-Sammlung habe ich mir trotzdem mal angesehen. Na, vielleicht war es ganz gut, dass ich kein Geld dabei hatte. Auch die dazugehörigen Konsolen konnte man kaufen nebst Eingabegeräten, Action Replay- und Game Genie-Modulen. Und hier habe ich mein erstes Sega Master System der ersten Generation gesehen. Ich muss sagen, das Teil ist ein ähnliches Design-Verbrechen wie der japanische Famicom. Ist aber ja eigentlich auch egal, es kommt schließlich auf die Spiele an und die anderen Konsolen dieser Ära waren ja auch nicht viel hübscher.

Nach dem Gebraucht-Spiele-Stand kam direkt ein Pong-Automat. Da ich noch nie einen aus der Nähe gesehen hatte, bin ich erst mal hin und wollte den linken Balken bewegen. Der Logik eines Joysticks folgend dachte ich mir also, wenn ich den Balken nach oben bewegen will, werde ich das Bedienelement wohl nach oben ziehen oder drücken müssen. Gedacht, getan… und schon hatte ich das Teil in der Hand. Ups! Erst da wurde mir klar, dass das Drehregler sind. Der Besitzer des Automaten war zum Glück in der Nähe und er war auch nicht erbost über meine Sachbeschädigung. Wir befestigten das Plastikteil wieder (es war nur abgefallen) und spielten dann eine Runde gegeneinander, die ich auch direkt 15:2 gewann. Nicht schlecht für das erste Spiel an einem richtigen Pong-Automaten.

Es folgten eine Menge Kleinode wie Konsolen aus den 70ern oder Heimcomputern, von denen ich noch nie etwas gehört hatte. Sehr lustig war auch die Verpackung der SABA Videoplay, auf der zwei Menschen einen Pac Man-Klon spielen und die untertitelt ist mit “Der Fernsehspiele-Computer”. In einer anderen Ecke standen ein Monza GP-Automat, der aber leider nicht in Betrieb war und ein Automat, auf dem ein Spiel lief, das große Ähnlichkeit mit Pang hatte. Ich hätte auch gern mal damit gespielt, aber das Teil war die ganze Zeit von einem kleinen Mädchen und wechselnden Mitspielern besetzt, so dass ich nicht zum Zuge kam. Danach ist mir zum ersten Mal ein Atari VCS 2600 und ein CBS Colecovision begegnet und damit das erste Donkey Kong außerhalb einer Nintendo-Konsole.

So, dieses war der erste Streich, und der zweite folgt zwar nicht sogleich, aber bald. Schaut euch am besten bis dahin erst mal die Fotos an.

Master System, Mega Drive, Playstation, Nintendo 64Ein Pong-Automat. Nach der Reparatur des Spieler 1-Drehreglers (Sorry!) habe ich aber auch gleich in einer Partie gegen den Besitzer 15:2 gewonnen.Die Odyssey-Konsole aus den 70ernEin Commodore PET und ein Tandy TRS-80 RadioShack von 1977 mit RadioShack Quick PrinterEin Apple ][ von 1977Ein Interton Electronic VC 4000 und ein SABA Videoplay von 1976Monza GP-Automat, war leider nicht in BetriebEine kleine Zockerin und ein großer Zocker an einem Automaten ähnlich dem Amiga-Spiel “Pang”Eine Zockerin an einem Atari VCS 2600Ein CBS Colecovision von 1982 mit Donkey Kong in “High Resolution”

NextGen im Hause RetroZocker

R-Type III: The Third Lightning auf der Virtual Console meiner neuen Nintendo-ErrungenschaftEndlich ist es soweit. Ich bin nun doch noch, weit eher als geplant, an meine Wii gekommen. Es war auch nicht einfach, dazu waren schwierige Verhandlungen mit meiner Freundin vonnöten. Am Ende habe ich dann zugestimmt, meine Seele zu verkaufen. Egal, dafür habe ich Nintendos neustes Schmuckstück jetzt vor unserem Fernseher stehen.

Vielleicht fragt ihr euch “Was will der denn mit einer neuen Konsole?”. Die Antwort ist, dass es mir hauptsächlich um die Virtual Console geht, ganz klar. Trotzdem ist auch an mir Wii Sports mit seiner Wiimote-Steuerung nicht vorübergegangen, aber dazu später mehr. Zuallererst habe ich mich also mit einem Classic Controller und Wii-Punkten eingedeckt, um mir einen Haufen Virtual Console-Titel leisten zu können. Bei dem aktuellen Angebot, das mittlerweile schon 100 Spiele umfasst, ist mir die Wahl gar nicht so leicht gefallen. Bekannterweise stehen Spiele für NES, TurboGrafx (einer 8/16bit-Konsole, die nie in Deutschland erschienen ist), Super Nintendo, Mega Drive und Nintendo 64 zur Verfügung. Nach langem Abwägen habe ich mich nun also für folgende Titel entschieden:

Super Mario Bros.
Das Mario-Spiel, mit dem der Klempner seinen Durchbruch hatte. Prinzessin Toadstool aus dem Pilz-Königreich wurde von Bowser entführt und alle Einwohner in Pilze verwandelt. Zeit für Mario, Ärsche zu treten, Goombas zu plätten und die Prinzessin zu retten. Spielt sich schnell und schnörkellos wie immer. Klar, das Spiel wird ja auch 1:1 emuliert. Sehr schön hier (wie bei jedem NES-Spiel für Virtual Console) ist die Tatsache, dass man den Classic Controller nicht unbedingt braucht. Man nimmt einfach die Wiimote, dreht sie um 90° und hat plötzlich einen NES-Controller in der Hand. Was mir aber sowohl hier als auch in der NES Classics-Version von SMB für Game Boy Advance aufgefallen ist: wenn man es einmal durchgespielt hat, kann man es in einer schwierigeren Fassung noch mal durchspielen. So weit so bekannt, aber selbst wenn man das Spiel zurücksetzt oder die Konsole abschaltet und das Spiel später wieder startet, bleibt das Spiel im schwierigeren Modus. Es gibt scheinbar keine Möglichkeit, in die leichte Fassung zurückzukehren, was ich schade finde.

Mario Kart 64
Die Fortsetzung des Überraschungs-Hits für Super Nintendo. Mit schnieker 3D-Grafik, 4-Spieler-Modi, noch besseren Items und einem Battle Mode, der genauso viel Laune macht wie bei Super Mario Kart (das ich mir übrigens, sollte es jemals für Virtual Console erscheinen, quasi sofort ziehen werde). Mario Kart 64 für VC war mein erster Anwendungsfall für den Classic Controller. Die Steuerung ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, wenn man die Steuerung per N64-Controller noch intus hat, aber nach kurzer Eingewöhnungszeit klappt das sehr gut. Bin gespannt, wie lange ich diesmal brauchen werde, um den Abspann zu sehen zu kriegen.

Punch-Out!!
Vor ein paar Wochen erst, als die Wii hier noch nicht Thema war, bin ich bei GameWorld hier um die Ecke gewesen, habe da zufällig Super Punch-Out!! für Super Nintendo gesehen (die kaufen und verkaufen da auch gebrauchte Spiele) und für sehr geringes Geld im fast neuen Zustand gekauft. Ich kannte es noch aus alten Testberichten von anno 1994 und auch den NES-Vorgänger hatte ich schon mal gespielt. Nun habe ich eine Wii und es gibt das Original für die Virtual Console! Also habe ich zugegriffen. Eine Investition, die sich gelohnt hat, denn ich wusste bis dahin gar nicht, dass es eine Spezial-Attacke gibt, die auf dem Start-Button liegt (für Uneingeweihte: man kauft sich im Wii-Shop-Kanal nicht nur die nackten Virtual Console-ROMs, auch Kurzfassungen der Spielanleitungen stehen dem Spieler dann zur Verfügung). Vielleicht habe ich ja jetzt mal die Chance, jeden Gegner K.O. auf die Matte zu prügeln.

Bomberman ‘93
Mein erstes TurboGrafx-Spiel ever, wenn auch nur virtuell. Unter den TurboGrafx-VC-Titeln sind eine Menge Shooter, die vielversprechend aussehen, leider kenne ich (noch) keinen einzigen davon. Mit Bomberman hingegen kann man eigentlich nur selten was falsch machen und eine Nintendo-Konsole ohne ein Bomberman ist auch irgendwie traurig, also habe ich hier zugeschlagen. Prinzipiell spielt sich Bomberman ‘93 so wie Super Bomberman, die Items sind fast identisch. Da das TurboGrafx offenbar eine Konsole war, dessen Controller ebenso wie der des NES zwei Aktions-Buttons und zwei weitere Tasten hatte, hat man hier also die Wahl, mit jedem möglichen Controller für Wii zu spielen. So habe ich also zuerst mit der reinen Wiimote gespielt. Hier treten aber überraschenderweise Schwächen auf: die Taste zum Bombenlegen reagiert nicht immer und wenn man schon Bomben mit Fernzünder hat, explodieren die grundsätzlich rechtzeitig, bevor man in Deckung gehen konnte. Spielt man das Spiel aber mit dem Classic Controller, hat man diese Probleme gar nicht. Sehr seltsam, aber damit kann ich leben. Das Spiel an sich bietet das übliche Bomberman-Gameplay, aber die Endbosse scheinen ziemlich hart zu sein. Den ersten habe ich jedenfalls noch nicht geknackt. Aber ich arbeite dran.

The Legend of Zelda: A Link to the Past
Seltsame Dinge gehen vor im Schloss von Hyrule. Seit Agahnim, ein neuer Hof-Zauberer, im Lande ist, lebt der König zurückgezogen, außerdem sind sechs Mädchen verschwunden. Und Prinzessin Zelda soll die nächste sein. Eines Nachts empfängt Link einen telepathischen Hilferuf von ihr, in dem sie ihm mitteilt, dass sie von Agahnim gefangen genommen und in den Kerker des Schlosses gesperrt wurde. So macht er sich auf den Weg, sie zu befreien und gerät dabei immer tiefer in eine dunkle Verschwörung… aaah, ich liebe dieses Spiel. Allein dieser Titel war damals schon Grund genug, ein Super Nintendo zu kaufen. Und auch heute ist dieses Spiel noch genauso spielbar wie vor 15 Jahren, in punkto Atmosphäre steht es einem Ocarina of Time in nichts nach. Uneingeschränkte Kaufempfehlung! In diesem Fall ist es allerdings schade, dass die VC-Titel-Spielanleitungen so rudimentär ausfallen. Die Original-Anleitung war sehr liebevoll aufgemacht, inklusive der Schöpfungsgeschichte des Hylianischen Reiches und jeder Menge Artwork. Es wäre vielleicht keine schlechte Idee gewesen, die Original-Anleitungen im PDF-Format o.ä. mitzuliefern. Naja, man kann nicht alles haben.

R-Type III
R-Type III: The Third Lightning für Super Nintendo war der erste R-Type-Titel, der nicht auf einem Spielhallenautomaten basierte, was es den Programmierern erlaubte, die Fähigkeiten des SNES voll auszureizen, und hat daher damals in den Spielezeitschriften gute Wertungen erhalten. Soweit ich weiß, ist dieses Spiel nie in Deutschland erschienen (ich kann mich auch irren). Auf diesen Titel war ich schon immer heiß, und da ich sowieso auf Shooter stehe, war hier meine Gelegenheit, zuzugreifen. Es lohnt sich wirklich, man bekommt hier allerhand fürs Auge geboten. Die Fähigkeit, die Waffe des Schiffs vor dem Schuss aufzuladen, wurde hier derart verstärkt, dass der Schuss hinterher fast 1/4 der Bildschirmhöhe einnimmt, was so ziemlich jeden Gegner, der das Pech hat, in der Schusslinie zu sein, unverzüglich ins Nirvana befördert. Geblieben ist aber der Schwierigkeitsgrad. Tja, mesdames et messieurs, der Kampf gegen das Bydo Empire ist kein Kindergeburtstag! Üben, üben, üben ist hier angesagt. Bislang bin ich selbst nur bis zum zweiten Endgegner gekommen.

F-Zero
Auch das Spiel, das damals eindrucksvoll den Mode 7-Effekt präsentiert hat, ist für die Virtual Console zu haben und befindet sich jetzt auf meinem internen Wii-Speicher. Wir befinden uns im 26. Jahrhundert, den Menschen wird langweilig und so kommt irgendwer auf die Idee, das antike Formel 1-Rennen auf ein zeitgemäßes Level zu bringen. Mit hoch über dem Boden schwebenden Rennstrecken (und daher tödlichen Abgründen ringsum), schwebenden Gleitern, die locker über 400 km/h erreichen, Sprungschanzen, Beschleunigungsstreifen und verminten Strecken-Abschnitten. Bis dahin hatte damals niemand ein schnelleres Rennspiel erlebt. Das einzige, was schmerzlich vermisst wurde, war ein 2-Spieler-Modus. Aber auch so hat das Spiel für Laune gesorgt auf der Jagd nach neuen Bestzeiten. Auf der Satellaview-Erweiterung fürs SNES gab es später noch ein F-Zero 2 mit neuen Gleitern und neuen Strecken. Ich frage mich, ob das auch noch seinen Weg in die Virtual Console finden wird.

Lylat Wars
Die Fortsetzung zu Starwing bzw. Star Fox auf dem Super Nintendo (das ich für die Virtual Console auch noch vermisse), ursprünglich veröffentlicht auf dem Nintendo 64. Andross ist wieder da, um das Lylat-System zu unterwerfen. Die Armee hat gegen ihn mal wieder keine Chance, aber es gibt da ja zum Glück noch das Star Fox Team, das Andross schon einmal besiegt hat und nun wieder herbeigerufen wird, um den Tag zu retten. Hier wurde im Prinzip Starwing genommen und an allen Enden verbessert. Vernünftige 3D-Grafik, mehrere alternative Routen durchs Lylat-System, manche Levels finden nicht im Gleiter, sondern in einem Panzer oder einem U-Boot statt, Endgegner kann man nicht nur von vorne, sondern von allen Seiten angreifen, und es gibt einen Battle Mode für bis zu vier Spieler. Schade ist nur, dass es keine Rumble-Effekte gibt, da der Classic-Controller dafür nicht ausgelegt ist. Damit verpasst man wirklich was, denn ich kann mich erinnern, dass im letzten Level damit u.a. ein Herzschlag simuliert wurde, was der Atmosphäre in dem Moment sehr zuträglich war.

Ich denke doch, dass diese Virtual Console-Spiele fürs Erste reichen sollten, obwohl ich schon einige andere ausgemacht habe, die ich mir früher oder später zulegen werde. Als Inhaber eines Club Nintendo-Accounts auf nintendo.de bin ich noch im Besitz von 6640 Sternen, die man ja irgendwann in Wii-Punkte umtauschen können soll. Ich hoffe, dieser Zeitpunkt kommt bald, denn angenommen, der “Wechselkurs” würde bei 1:1 liegen, könnte ich mir beispielsweise den Gegenwert von 6 N64-Spielen und einem TurboGrafx-Spiel runterladen. Oder 8 SNES-/Mega Drive-Spiele. Oder 11 TurboGrafx-Spiele. Oder 13 NES-Spiele. Zumindest gibts für gekaufte VC-Spiele schon mal Sterne bzw. wird es welche geben. Wenn man in der Übersicht nachschaut, steht da z.B. nur “Danke, dass du ‘Super Mario Bros.’ Bald stehen dir deine Sterne zur Verfügung.” Aha, danke.

Zu Wii Sports wollte ich ja auch noch was schreiben! Die Regeln der Sportarten sind teilweise vereinfacht, was aber nicht wirklich stört. Beim Tennis, Baseball, Golf, Bowling und Boxen hat man auch mit der Wiimote-Steuerung schon genug zu tun. Dadurch gerät man leicht ins Schwitzen, fast so, als wenn man die entsprechenden Sportarten gerade wirklich ausübt. Und auch ich stelle fest, dass Nintendos Plan aufgeht, weil die Wii durch ihr Bedienkonzept eine Konsole ist, die Leute zum Zocken vor einem Fernseher versammeln kann, von denen man das vorher nie und nimmer erwartet hätte. Mein erster Gast war meine Freundin, die erst sporadisch, dann regelmäßig zugeguckt hat, was ich da treibe, und die dann auch mal eine Wiimote in die Hand genommen hat (”Willste nicht mal mitspielen?” “Na gut.”). An manchen der Wii Sports-Spiele hat sie dann auch wirklich Gefallen gefunden, am ersten Tag war sie sogar in allem außer Tennis besser als ich. Gestern abend hatte ich dann zwei Leute zu Besuch: ein Weiblein, knapp unter 20, mit sehr wenig Spiele-Erfahrung (zumindest nehme ich das an). Und ein Männlein, Ende 20, spielt ansonsten ausschließlich Sensible Soccer mit mir auf einem Amiga-Emulator. Beide hatten anfangs ihre Probleme mit der Steuerung, aber wie unschwer zu erkennen war, hatten beide eine Menge Spaß damit. Wir wollen das Ganze sogar irgendwann mal wiederholen. Wirklich unglaublich, sowas habe ich noch mit keiner anderen Konsole bei Nicht-Gamern erlebt. Gestern erhielt ich außerdem noch einen Anruf, eine Einladung zu einer Geburtstagsparty nächsten Freitag. Und ob ich nicht mal meine Wii mitbringen wolle. Tja, nächstes Wochenende wird also die Partytauglichkeit der Wii getestet.

So, liebe Leser, ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Einblick in die Retro-Fähigkeiten der Wii geben und euch auf den Geschmack bringen. Für mich hat sich der Kauf jedenfalls jetzt schon gelohnt. Und ich erwarte allersehnlichst Mega Turrican vom Mega Drive für die Virtual Console, denn als typischer Nintendo-Liebhaber-und-Sega-Hasser in den 90ern habe ich nie ein Mega Drive besessen, wodurch Mega Turrican der einzige wichtige Turrican-Titel bleibt, der mir noch fehlt. Und damit entlasse ich euch in die Nacht.

Retro Game Boy

GBA SP und ein NES-Controller im VergleichWie wohl bekannt sein dürfte, bin ich ein Freund völlig veralteter Spiele-Konsolen. Desweiteren hat mich der Game Boy vom ersten Tag an in seinen Bann gezogen. So ist es nur der nächste logische Schritt bzw. eine unvermeidbare Tatsache, dass ich mir irgendwann einen Game Boy Advance SP in der Classic NES Edition würde kaufen müssen.

Das ist kürzlich passiert. Die Classic NES Edition gibt es zwar schon lange nicht mehr im Handel, aber ich bin neulich über mehrere entsprechende eBay-Auktionen gestolpert und nun verfüge ich also über einen GBA SP im NES-Look. Ganz nebenbei habe ich dadurch auch noch meine Game Boy-Sammlung vervollständigt: vom ersten 89er Game Boy bis zum Game Boy micro besitze ich jetzt ein Gerät jeder Generation, quasi einen Game Boy für jede Lebenslage. Krank, ich weiß. Aber so kann ich immerhin jederzeit jemanden zu Game Boy-Matches über Link-Kabel einladen. Theoretisch zumindest. Wenn denn mal jemand dazu Lust hätte…

Auf der Abbildung kann man sehr schön erkennen, dass dieser GBA SP dem NES-Controller nachempfunden wurde. Das gibt auf jeden Fall Pluspunkte für Retro-Design. Passend zu diesem Gerät hat Nintendo 2004 die “NES Classics”-Reihe für Game Boy Advance veröffentlicht: unveränderte und teils längst vergessene NES-Spiele, die nur an die veränderten Bildschirm-Proportionen angepasst wurden. Aus dieser Reihe besitze ich “Super Mario Bros.” und “The Legend of Zelda“, die man natürlich erst auf dem GBA SP Classic NES Edition stilecht zocken kann. Außerdem ein sehr großer Pluspunkt: der GBA SP ist der letzte voll abwärtskompatible Game Boy, der aber schon Hintergrundbeleuchtung mitbringt. So kann man sich auch eine entspannte Runde Super Mario Land geben, man muss sich nicht mehr unter einer Halogen-Lampe verrenken, damit man überhaupt was erkennt. Stichwort Hintergrundbeleuchtung: es ist zwar schön, dass der GBA SP endlich eine hat, aber technisch gesehen (und verglichen mit der des Nintendo DS lite und des Game Boy micro) ist sie ein Witz. Sie ist ziemlich dunkel, verfälscht die Farben leicht (was wahrscheinlich der Grund für den Beleuchtungs-Ein/Aus-Schalter ist) und wenn man von so weit schräg oben wie möglich in das Display hineinschaut, wird man von der Beleuchtung, die ganz stark am unteren Bildschirmrand ins Display hineinleuchtet, fast geblendet. Sehr eigenartig. Aber in allen späteren Geräten hat Nintendo das Display inkl. Beleuchtung ja immer weiter verbessert. Sehr großer Minuspunkt: es gibt keinen Kopfhöreranschluss. Wenn man Kopfhörer anschließen will, muss man sich einen Adapter für den EXT.2-Anschluss kaufen. Das wäre bestimmt nicht nötig gewesen.

Fazit: geiles Gerät, wenn auch mit Macken. Wenn ihr einen GBA wollt und noch alte GB- oder GBC-Spiele habt oder wenn ihr Multiplayer-Modi nutzen wollt, holt euch diesen GBA SP hier, der meiner Meinung nach mehr hermacht als ein SP in Mario-rot, Zelda-gold oder allen anderen Farben. Ansonsten seid ihr aber mit einem Game Boy micro oder gleich einem Nintendo DS besser beraten.

nächste Seite »

Basiert auf FluidityTheme neu gestaltet von Kaushal Sheth